Selbsfahrerreisen sind in Namibia sehr beliebt. Das hat verschiedene Gründe: Die Unabhängigkeit von größeren Reisegruppen ist sicher ein Hauptgrund. Und man erfährt sich das Land im wahrsten Sinne des Wortes tatsächlich selbst. Dennoch erfordert das Fahren auf Namibias Straßen von den Urlaubern deren uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Wenn Ihr ein paar Hinweise beachtet, dann steht einem sicheren, entspannten Reisen und einem unvergesslichen Namibia-Urlaub nichts im Wege! Das Namibia Tourism Board in Frankfurt infomiert ebenso in einer Broschüre über das Autofahren in Namibia. Die könnte Ihr hier bestellen: Namibia Tourism Board, Schillerstraße 42-44, 60313 Frankfurt oder unter info[at]namibia-tourism.com.

Grundsätzlich: Ihr seid im Urlaub ! Ihr habt Zeit. Rast also nicht! Reist einfach!

Das namibische Straßennetz gilt als das am besten ausgebaute Afrikas. Die Hauptverkehrsstraßen sind allesamt geteert. Dennoch: Faht nicht zu schnell. Bedenkt immer: Ihr seid in Afrika! Aus dem Nichts kann plötzlich ein Kudu, ein Springbok, ein Oryx oder gar ein Warzenschwein die Straße überqueren.  

Vorsichtig auf Schotterpisten
Ein Großteil des Straßennetzes besteht aus Schotterpisten, die regelmässig von sogenannten „Padscrappern“ gewartet werden. Auf diesen „Schotter-Pads“ ist äußerste Vorsicht geboten. Das liegt in der Natur der Sache: Schotter ist nicht annähernd so griffig wie Asphalt. Das Fahrzeug kann bei zu zügigem Fahren schnell ins Schlingern geraten. Achtet deshalb vor allem in Senken und in Kurven auf unregelmässige Schotterschichten sowie insgesamt auf Spurrillen. Steuert Euer Fahrzeug immer mit zwei Händen am Lenkrad. Und werdet nicht übermütig. Es empfiehlt sich nicht schneller als 80 km/h zu fahren. Auch wenn Euch Einheimische überholen, verfallt nicht in falschen Ehrgeiz. Fahrt Eueren „Stiefel“, genießt Sie Sonne, Landschaft, Natur und blauen Himmel.

Staub mindert Sicht
Der zweite Apsekt beim Fahren auf Schotter, ist die enorme Staubentwicklung. Wenn Ihr überholt werdet, z.b. von einem Lkw, ist die Staubentwicklung mitunter so stark, daß Ihr außer Staub, gar nichts mehr seht. Solltet Ihr also im Rückspiegel einen Lkw herankommen sehen, macht einfach etwas langsamer, oder haltet an und wartete, bis er wieder außer Reichweite ist. Denn hinter dem Lkw weiterzufahren bringt, außer Staub, rein gar nichts. Wenn Ihr selbst zum Überholen ansetzt, haltet ausreichenden Seitenabstand zum überholten Fahrzeug und schert auch nach dem Überholvorgang nicht direkt wieder ein, sondern lasst genügend Abstand zwischen Euch und dem langsameren Fahrzeug. Die Gefahr für das langsamere Auto durch Steinschlag getroffen zu werden, ist zu groß, wenn Ihr Eueren Überholvorgang zu knapp klakuliert. Und auch wenn Euch auf Schotter ein Lkw entgegen kommt, müsst Ihr erst mal durch seine Staubwolke durch. Je nach dem wie der Wind steht, seid Ihr da für ein paar Sekunden auch erstmal „blind“. Macht also auch in diesem Fall einfach langsam!
Und vergesset auch hier den Grundsatz nicht: Ihr seid im Urlaub. Ihr habt Zeit. Rast nicht. Reist einfach!

Besondere Reisehinweise für das Kaokoveld
Individualreisende sollten Kaokoveld nie alleine und nur mit entsprechender Ausrüstung und entsprechendem Expeditions-Know-How bereisen. Dazu gehören deshalb zwei geländegängige Fahrzeug mit Allrad-Antrieb (Differential-Sperre). Ihr solltet Euch bei der Durchquerung im Klaren sein, daß hier, abegsehen vom kleinen Ort Opuwo, weder Unterkünfte noch Tankstellen oder sonstige Serviceleistungen vorzufinden sind. Ärztliche Versorgung gibt es beispielsweise nur in Opuwo. Wir empfehlen daher Kaokoveld-Unerfahrenen dieses Gebiet nur mit geführten Touren und/oder Guides zu bereisen. Beachtet bitte: Ihr seid in Afrika, jede Sekunde ist ein Begegnung mit wilden Tieren möglich. Nehmt auch bitte Rücksicht auf die Himba. Bei einer Begegnung verhalten Euch bitte zurückhaltend und fühlt Euch nicht dazu verpflichtet die Himba mit Geschenken zu erfreuen, denn jeder kulturfemde Gegenstand bedeutet einen Einfriff in Ihren Lebensraum und kann zu Störungen ihres sozialen Gefüges führen. Ansonsten solltet Ihr bei einer Selbstfahrer-Tour durchs Kaokoveld insbesondere auf eine entsprechende Ausrüstung großen Wert legen und die auch wirlich nur dann selbst fahren, wenn Ihr über das unbedingt erforderliche Expeditions-Know-How verfügt. Hier ein unverbindliche Empfehlung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat:

zwei geländetaugliche 4×4 Pkw (MIT Differentialsperre) mit ausreichend Bodenfreiheit
zwei komplette Ersatzräder pro Kfz 
ausreichende Treibstoff-Reserven
ausreichende Schmierstoff-Reserven
ausreichende Lebensmitteilvorräte
ausreichende Wasservorräte
Werkzeug
Wagenheber (Hi Jack)
Erste-Hilfe-Set
Funk, besser Satelitentelefon
aktuelles Kartenmaterial, Kompass bzw. GPS-Navigation und entsprechendes Navigations-Know-How
Dazu kommen weitere Ausrüstungsgegenstände des persönlichen Bedarfs (Taschenmesser, Kleidung, erforderlichenfalls Medikamente, Sonnenbrille, Sonnenschutz, Kopfbedeckung, Hygieneartikel usw. usf.).